10 Tage Vipassana Meditation im Schweigekloster

10 Tage völlig abgeschottet von der Außenwelt ohne Handy und ohne Ablenkung. Über 10 Stunden pro Tag meditieren. Das waren die härtesten 10 Tage meiner Reise wenn nicht sogar meines Lebens.

Bevor wir nach Thailand reisten schauten wir uns eine Dokumentation über Backpacking in Thailand an. Dabei wurden zwei Mädchen begleitet, die zuerst eine riesige Party besuchten und danach gingen sie für 5 Tage in ein Schweigekloster um zu meditieren.

Alle Kurse ausgebucht

Als ich das sah war mir klar: Das möchte ich auch machen. Rudi lachte mich anfangs aus und ich dachte selbst nicht, dass ich das wirklich durchziehen würde. Aber nachdem ich gründlich recherchiert hatte, fragte ich bei 2 Klostern nach, denn alle Meditationskurse mit online Anmeldung für die nächsten 3 Wochen waren bereits ausgebucht.

Aber ich hatte Glück und das Nothern Insight Meditation Center Wat Ram Poeng in Chiang Mai nahm mich an, nachdem ich angerufen und eine Mail geschrieben hatte. Der Kurs begann am Montag und ich musste bereits am Sonntag dort zu einem Erstgespräch erscheinen. Eigentlich wollte ich gar keinen 10-tägigen Kurs machen, sondern nur 5-7 Tage. In diesem Kloster ist jedoch der 10-tägige Kurs der Schnupperkurs. Der eigentliche Grundkurs dauert 26 Tage.

Zum falschen Flughafen

Nachdem ich die Zusage erst einen Tag vorm Erstgespräch erhielt, buchte ich schnell meinen Flug von Bangkok nach Chiang Mai und hatte bereits ziemliche Panik. Ich bereute die Entscheidung bereits als ich zusagte. Ich hatte vorher schon von den vielen Regeln und von dem strengen Tagesablauf gehört und fragte mich, warum ich das eigentlich machen wollte. Doch jetzt hatte ich schon die Zusage.

Am nächsten Tag fiel mir der Abschied von Rudi sehr schwer und ich machte mich auf zu meinem ersten Flug alleine. Ich fuhr gleich mal in Richtung falschen Flughafen, da es in Bangkok 2 gibt. Gott sei Dank kam ich aber noch bald genug drauf und erwischte meinen Flug problemlos.

In Chiang Mai angekommen buchte ich noch schnell eine Unterkunft für die letzte Nacht vor dem Kloster und am Nachmittag stand ich auch schon vor dem Tempel für das Erstgespräch.

Angekommen im buddhistischen Kloster

Ich hatte erstmal keine Ahnung, wo das Foreign Meditation Office war, wo ich mich melden sollte. Das Kloster war eine riesige prunkvolle Anlage. Im ersten Moment erinnerte es mich ein bisschen an einen Unicampus, nur viel prunkvoller. Im Büro empfing mich dann eine Nonne mit abrasierten Haaren und ich hatte auch großen Respekt, da sie sehr streng wirkte.

Da ich natürlich überhaupt nicht vorbereitet war, hatte ich keine weiße Kleidung gekauft, weil ich fragen wollte, wo ich diese am besten kaufen kann. Die Meditierenden im Kloster müssen nämlich immer weiß tragen. Dadurch habe ich aber im Prinzip viel gespart, denn ich konnte mir alles Nötige dort ausborgen. Weiße Unterwäsche wäre allerdings nicht schlecht gewesen, denn die konnte man natürlich nicht ausborgen.

Dieses erste Gespräch nahm mir ein bisschen die Angst, weil nicht mehr alles so unklar war und ich konnte zumindest ruhig schlafen. Nach einem großen Frühstück in meiner Unterkunft, denn im Kloster durfte man nur vor 12 Uhr Mittags essen, schrieb ich eine letzte Nachricht an Rudi und machte mich auf den Weg ins Kloster.

10 Tage ohne Handy

Dort musste ich dann auch gleich mein Handy abgeben und würde dieses für die nächsten 10 Tage nicht wiedersehen. Ich bekam einen Wecker, einen Timer, weiße Kleidung inklusive einen weißen Schal über die Brust, den alle Frauen tragen müssen, und Bettwäsche. Dann schlüpfte ich in die weiße Kleidung, bezog mein Bett und kehrte wieder zurück ins Büro wo der Rundgang im Kloster startete. Ich begann den Meditationskurs mit 18 weiteren Leuten, aber reden durfte ich mit keinem.

Ich hatte ein Einzelzimmer, das sehr einfach eingerichtet war. Die Matratze war sehr dünn und hart, aber ich schlief sehr gut darauf. Eine der Regeln besagte nämlich, dass man auf keinen luxuriösen Materialien schlafen durfte.

 

Mein Zimmer

Mein Zimmer

 

Vor dem Rundgang führte ich meine letzten Unterhaltugen mit meinen Gruppenkollegen und bekam ein besseres Gefühl dabei, weil ich ich sah, dass es ihnen auch nicht viel anders ging als mir. Warum ich mit den anderen nicht reden durfte, wurde mir auch bald klar. Jeder macht in diesem Kurs seine eigenen Erfahrungen und diese können sehr unterschiedlich sein. Man soll seine Erfahrungen nicht austauschen und sich nicht vergleichen, sonst fühlt man sich, wie wenn man etwas falsch macht.

Bei dem Rundgang führte uns die Nonne durch die gesamte Anlage. Mittlerweile kam sie mir nicht mehr ganz so streng vor und wurde mir richtig sympathisch. Wir gingen in die Bibliothek, die später zu meinem Lieblingsort für die Meditation werden sollte und sahen uns auch die anderen Gebäude, wie zum Beispiel das Büro unseres Lehrers, an. Leider gab es zur Zeit eine große Baustelle, da mehr Zimmer gebaut wurden, weil der Andrang auf die Meditationskurse ansteigt.

 

Bibliothek

Bibliothek

 

Die gesamte Anlage des Kloster ist wirklich sehr schön. Was mich überraschte war, dass dort auch sehr junge Mönche, ich schätze zwischen 10 und 15 Jahren, herumliefen. Es gab auch einige Katzen und Hunde, die zum Kloster gehören.

 

Büro des Lehrers

Büro des Lehrers

 

Kein festes Essen nach Mittag

Nach dem Rundgang, um 11.30 Uhr, läutete die Essensglocke und es ging zum Mittagessen. Das war mein letztes kaubares Essen an diesem Tag. Bei der Essensausgabe holte ich mir meine Portion und setzte mich. Essen durfte ich aber noch nicht, denn es hieß zuerst einmal warten bis jeder etwas hatte und dann wurde noch gebetet und gesungen. Auch für uns Ausländer gab es extra eine Übersetzung, damit wir die Lieder auf Thailändisch und auf Pali, einer altindische Sprache, mitsingen konnten. Dieses Lied wurde dann auch mein ständiger Begleiter, da es echt ein Ohrwurm ist 😀

 

Essensglocke, darunter Trinkwasser

Essensglocke, darunter Trinkwasser

 

Das Essen war meistens sehr gut, da es aber typisch thailändisch ist, waren manche Gerichte sehr scharf. Trinkwasser gab es auch jederzeit und man konnte seine Flaschen auffüllen. Nach dem Essen und einer leckeren Nachspeise wuschen wir sofort unser Geschirr ab, denn plaudern durften wir ja nicht. Danach bekamen wir noch weitere Anweisungen und dann begann die Eröffnungszeremonie. Dort lernten wir unseren Lehrer kennen und versprachen, uns an die 8 Gebote zu halten.

 

Posted by วัดร่ำเปิง (ตโปทาราม) Wat Ram Poeng (Tapotaram) on Monday, April 23, 2018

Eröffnungszeremonie

 

Diese sind ähnlich zu den 10 Geboten in der Bibel, aber etwas strenger. Nicht töten, nicht stehlen, keine Erotik, nicht lügen, keine Suchtmittel, kein Essen nach Mittag, kein Tanzen, Singen, Musikhören, Make-up und Parfum und kein liegen auf hohen oder luxuriösen Betten. Diese Gebote wurden auch sehr ernst genommen. Man durfte zum Beispiel keine Kekse im Zimmer aufbewahren, da man dadurch das erste Gebot brechen könnte, wenn Ameisen ins Zimmer kommen und die könnte man töten. Natürlich durfte man auch keine Moskitos erschlagen. Das machte mich sehr nachdenklich, denn eigentlich hat jedes Lebewesen ein Recht auf Leben.

Was ist Vipassana Meditation eigentlich?

Nach der Zeremonie lernten wir, was wir eigentlich die 10 Tage machen sollten. Vipassana heißt so viel wie Einsicht. Es geht darum, die Dinge zu nehmen, wie sie sind und die Achtsamkeit zu trainieren. Genauer gesagt geht es um Achtsamkeit vom eigenen Körper, den Gefühlen, Gedanken und Objekten in den Gedanken. Das hört sich jetzt sehr kompliziert an, wird aber bei der Übung klarer.

Unser Lehrer, ein buddhistischer Mönch, erklärte uns, dass wir Gehmeditation und Sitzmeditation immer abwechselnd üben sollten. Die Zeit stoppt man mit dem Timer und wir begannen mit 10 Minuten gehen und 10 Minuten sitzen. Bei der Gehmeditation geht man in Zeitlupe und nimmt jede Bewegung wahr. Man sagt im Kopf zum Beispiel bei jedem Schritt „rechter Fuß vor, linker Fuß vor“.

Ich habe bereits bei meiner Ankunft im Kloster Meditierende in Zeitlupe gehen gesehen und es sieht wirklich sehr schräg aus, wenn ein paar weißgekleidete Leute wie Zombies herumlaufen. Grundsätzlich kann man überall im Kloster meditieren. Draußen auf den langen Gängen, im eigenen Zimmer oder unter einem Baum. Da es mir aber draußen zu heiß war, entschied ich mich meistens für die Bibliothek.

 

Bibliothek

Mein Lieblingsort, die Bibliothek

 

Gehmeditation mit dem gnadenlosen Timer um den Hals

Gehmeditation mit dem gnadenlosen Timer um den Hals

 

Bei der Sitzmeditation konzentriert man sich am Anfang auf das Heben und Senken der Bauchdecke durch den Atem. Wenn beim meditieren Gedanken kommen, was bei mir wirklich nicht zu vermeiden war, dachte man „denken, denken, denken“. Man nimmt bei der Vipassana Meditation also alles wahr, was man mit dem Körper macht oder was sich im Kopf abspielt.

 

Sitzmeditation

Sitzmeditation

 

Am Nachmittag nichts zu essen fiel mir überhaupt nicht schwer, denn es gab um 17 Uhr jeden Tag ein dickflüssiges Getränk, wie zum Beispiel Joghurt, Maissaft oder Kürbissaft. Auch Sojamilch half gut gegen den Hunger und man konnte sich im Tempelshop welche kaufen. Das Kloster durfte man jedoch nicht verlassen, außer natürlich man bricht den Kurs ab.

Nach einigen Meditationssessions, denn am ersten Tag musste ich „nur“ 6 Stunden meditieren, ging es auch schon ins Bett. Der Wecker wurde auf 4 Uhr morgens gestellt, denn das gehörte auch zu den vielen Regeln des Kurses. Man muss um 4 Uhr aufstehen und darf um 22 Uhr erst ins Bett. Der Sinn dahinter wurde mir auch sehr bald klar. Ohne Ablenkung wird man nämlich sehr leicht dazu verleitet, zu viel zu schlafen anstatt die Meditation zu üben. Man darf nämlich auch nicht schreiben oder lesen. Man muss wirklich die Zeit nutzen und meditieren.

Wie im Horrorfilm

Der nächste Tag begann wie im Horrorfilm. Um kurz nach 4 läutete der Wecker mit einer verstimmten Melodie und ich fand mich in meinem finsteren Klosterzimmer ganz allein. Es war zwar noch dunkel draußen, aber es fühlte sich nicht an wie 4 Uhr morgens, weil schon alle Leute wach waren. Überall hörte man die Wecker bimmeln oder sogar schon die Besen draußen kehren. Was ich morgens am meisten mochte war der Moment, wenn draußen in der Dunkelheit die Glocke läutete und die Hunde dazu heulten. Das war eine richtig mystische Stimmung so bald in der Früh.

Nach den ersten Meditationssessions läutete um 6 Uhr die Essensglocke zum Frühstück. Meistens gab es Suppe zum Frühstück und auch hier musste man eine halbe Stunde warten bis gebetet und gesungen wurde.

An den ersten Tagen fiel mir das meditieren sehr schwer, da mir zwischen den Sessions immer wieder bewusst wurde, dass ich so einsam war und keine Ablenkung hatte. Dann riss ich mich aber zusammen und meditierte mir die Seele aus dem Leib. Es war wirklich sehr hart. Ich hatte vorher bereits Blogposts über Vipassana Kurse gelesen, aber es war trotzdem ganz anders und ich konnte mir auch gar nicht vorstellen, dass es wirklich so hart sein konnte. Ich dachte ein bisschen Digital Detox und Selbstfindung wird mir ganz gut tun. Aber von wegen, ich fühlte mich wie im Gefängnis und hätte am liebsten am ersten Tag gleich aufgegeben.

Einige meiner Gruppe habe ich auch nach den ersten Tagen nie wieder gesehen, aber ich konnte wirklich gut verstehen, warum sie abgebrochen haben und beneidete sie direkt. Aber ich war zu neugierig und wollte wissen, ob nicht doch noch etwas kam.

Gespräch mit dem Lehrer

Jeden Nachmittag musste ich ins Büro von meinem Lehrer, dem buddhistischen Mönch, und musste ihm von meinen Erfahrungen bei der Meditation berichten und ihm sagen, wieviele Stunden ich meditiert habe. Dann bekam ich neue Aufgaben. Meist wurde das Intervall in dem ich Geh- und Sitzmeditation machen sollte erhöht und es kamen neue Abfolgen hinzu. Außerdem wurden die Stunden, die ich meditieren sollte, auf bis zu 12 Stunden pro Tag erhöht.

Das witzige war, dass mein Lehrer ein Deutscher war. Das heißt, mit dem einzigen Menschen mit dem ich reden durfte, konnte ich zumindest Deutsch reden. Am liebsten hätte ich ihm meine ganze Lebensgeschichte erzählt, aber ich musste mich natürlich kurz halten und aufs wesentliche konzentrieren.

Lieblingsbeschäftigung Wäsche waschen

Da mir sowieso nichts anderes übrig blieb, meditierte ich den ganzen Tag und machte sogar Überstunden, damit ich nicht depressiv in meinem Zimmer herumlag. Am dritten Tag war es Zeit, dass ich meine Wäsche wusch, da ich mir nur 2 Hemden ausgeborgt hatte und ich kann euch gar nicht sagen, wie gut es tat einmal etwas anderes zu tun als zu meditieren.

Als ich das herausfand schnappte ich mir auch an einigen Tagen nach dem Essen den Besen und kehrte den Boden vor und in meinem Zimmer. Das war eine sehr willkommene Ablenkung. Ich hätte wirklich nie gedacht, dass ich mich einmal so sehr aufs putzen freuen würde.

 

Bereich vor meinem Zimmer

Bereich vor meinem Zimmer

Wundersame Heilung

An den ersten Tagen bekam ich selbst bei 15 Minuten sitzen bereits Rückenschmerzen. Ich merkte wie verdreht meine Haltung war und konnte diese bald korrigieren und die Schmerzen verschwanden. Ich konnte zwar immer noch nicht still sitzen und wurde von meinen Gedanken regelrecht bombardiert aber so ging es eben mit „denken, denken, denken“ dahin.

Es kamen alle möglichen Erinnerungen und auch irgendwelche Situationen aus meiner Kindheit, die ich längst vergessen hatte. An kleinste Details erinnerte ich mich wieder. Immer wieder schaute ich auf meinen Timer, wann denn endlich das Intervall vorbei war und ich das nächste starten konnte, obwohl dieses sicher nicht spannender wurde 😀

Die Tage vergingen sehr langsam und das Intervall meines Timers wurde immer höher. Bei der Hälfte des Kurses war ich bereits bei 25 Minuten gehen und 25 Minuten sitzen. Ich saß beim 5 Uhr Drink, diesmal ein Maissaft, und zählte die Tage und Stunden bis ich Rudi wieder sehen würde. Auch meine Familie, die ich schon fast 8 Monate nicht mehr gesehen hatte, vermisste ich so sehr, dass mir während der Meditation oft die Tränen kamen.

Buddha Tag

Am nächsten Tag war Vollmond und während Rudi auf einer riesigen Party, der Full Moon Party auf Koh Phangan war, feierte ich im Kloster den Buddha Tag. Alle Mönche und Nonnen hatten sich die Kopfhaare und Augenbrauen frisch abrasiert und am Abend gab es eine Zeremonie, bei der wir mit Blumen, Räucherstäbchen und Kerzen die Pagode dreimal umrundeten.

 

Pagode

Pagode

 

Die Zeremonie war wunderschön und ich freute mich auch wieder riesig über die Ablenkung. Auf Facebook gab es sogar einen Livestream von der Zeremonie. Leider hatte ich das aber vorher nicht gewusst, denn sonst hätte ich Rudi und meiner Familie vorher Bescheid gesagt.

 

 

Posted by วัดร่ำเปิง (ตโปทาราม) Wat Ram Poeng (Tapotaram) on Sunday, April 29, 2018

Zeremonie am Buddha Tag

 

Leider wurde die Meditation die nächsten Tage nicht besser, sondern schlechter. Ich machte mir solche Sorgem und hatte permanent Angst, dass mich niemand erreichen konnte. Natürlich hatte sowohl Rudi als auch mein Familie die Telefonnummer des Klosters. Trotzdem war ich mir aber sicher, dass zu Hause etwas passiert ist und Rudi mich verlassen wird. Es ist wirklich schlimm, wie sehr ich von meinem Handy abhängig bin.

Am 8. Tag wollte ich dann einmal das Maximum herausholen und machte abgesehen vom Essen keine Pausen. Ich meditierte 13 Stunden mit einem Intervall von 35 Minuten und mir war direkt schwindelig als ich zum Lehrer ging um ihm davon zu berichten.

Ende gut, alles gut

An den letzten Tagen sah ich ein, dass das Ziel nicht war, möglichst viele Stunden zu meditieren, sondern die Zeit sinvoll zu nutzen. Da ich so übereifrig war, sagte mein Lehrer nur mehr ich solle machen, soviel ich schaffe.

Am letzten Tag quälten mich noch die Gedanken über die weitere Orgasnisation meiner Reise und dann war auch schon die Abschlusszeremonie da. Diese war ähnlich der Eröffnungszeremonie nur die 8 Gebote wurden in 5 Gebote umgewandelt. Danach erfuhr ich endlich, wie es den anderen im Kurs ergangen ist und es hat wirklich jeder andere Erfahrungen gemacht. Es waren auch nicht mehr viele Leute übrig, da viele abgebrochen hatten.

Bevor ich das Kloster verließ, spendete ich noch etwas. Bis auf 8€, die ich am Beginn des Kurses für Bettwäsche und Kleidung bezahlen musste, hatte ich nämlich noch nichts bezahlt. Für den Aufenthalt im Kloster kann man bezahlen, wieviel man für angemessen hält. Ich fand es wirklich schwierig zu entscheiden, wieviel Geld ich spenden sollte.

Bad times…

Die für uns zuständige Nonne sagte am Ende noch, dass wir wenn wir eine schwere Zeit haben an unseren Aufenthalt hier denken sollen. Ich weiß nicht genau, wie sie es gemeint hat, aber ich hab es so verstanden, dass die schwere Zeit nicht so schwer sein kann wie unsere Zeit im Kloster 😀

Rudi sah ich dann erst am nächsten Tag auf Koh Pangan wieder. Ich erfuhr aber schon übers Telefon, dass er mich nicht verlassen wird 😀 Auch bei meiner Familie ist alles in Ordnung. Das Wiedersehen auf Koh Pangan war mehr als schön und es hat unserer Beziehung sehr gut getan, da wir sahen, wie wichtig uns der andere ist.

Durch den Kurs habe ich sehr viel gelernt und mir ist viel bewusst geworden. Auch in den Buddhismus habe ich einen großen Einblick bekommen. Die Zeit war wirklich hart, aber dadurch kann ich die Zeit jetzt danach umso mehr genießen. Ich sehe auch nicht mehr alles als selbstverständlich.

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12 Kommentare, RSS

  1. Avatar

    Ernst 10. Mai 2018 @ 18:15

    Trotz scheinbar negativer Erfahrungen hat eine Bewusstseinserweiterung stattgefunden – dein anschaulicher und ehrlicher Bericht ist sehr beeindruckend!

    • Judith

      Judith 11. Mai 2018 @ 15:26

      Vielen Dank! Freut mich, dass der Bericht gut ankommt auch wenn er etwas länger und nicht so positiv ist. Gelernt habe ich auf jeden Fall sehr viel.

  2. Avatar

    Claudia 16. Mai 2018 @ 20:44

    Dein Bericht ist so ehrlich und wirklich toll zu lesen.
    wenn ich das so lese, erkenne ich mich wieder.. ich glaub, mir würden die Gedanken im Kopf auch das Leben schwer machen…. Ich glaub, so ein Tag kann ganz schön lang sein.
    Im Endeffekt bin ich sicher, dass dies eine wertvolle Erfahrung für dich war und super, dass du durchgehalten hast!

    • Judith

      Judith 22. Mai 2018 @ 7:43

      Vielen Dank! Die Gedanken haben mir wirklich das Leben schwer gemacht und die einfach zu akzeptieren, war nicht so einfach. Ja die Tage waren lang, aber sie gingen Gott sei Dank alle zu Ende 😄 Ich habe wirklich viel gelernt, was ich gar nicht erwartet hätte zu lernen…

  3. Avatar

    Kim 11. Oktober 2018 @ 12:08

    Ein schöner Bericht – wenn auch motivierend und abschreckend zugleich. Ich habe vor, mich im Mai nächsten Jahres der gleichen Herausforderung zu stellen und frage mich gerade, wie ich mich am besten darauf vorbereite, das richtige Kloster finde etc.

    Überall lese ich, der Aufenthalt im Kloster ist umsonst und man spendet einen „angemessenen“ Betrag. Überweist man den? Gibt man den vor Ort in bar? Und was ist „angemessen“?

    Ich würd mich freuen, wenn du deine Erfahrung dazu mit mir teilen würdest. Dankeeeeee

    • Judith

      Judith 12. Oktober 2018 @ 16:29

      Hallo Kim!

      Freut mich, dass du auf unseren Blog gestoßen bist. Ich bin sehr gespannt, wie es dir im Kloster gehen wird und würde mich freuen, wenn du mir danach davon berichtest 🙂

      Dort wo ich war, ist der Aufenthalt bzw. der Meditationskurs für eine freiwillige Spende möglich. Ich habe die Spende in Bar direkt im Kloster nach dem Aufenthalt bezahlt. Ich denke, es ist aber nicht in jedem Kloster so. In manchen muss man auch einen fixen Betrag bezahlen. Angemessen finde ich, wenn man das bezahlt, was man außerhalb des Klosters auch gebraucht hätte, bzw was man auch für den Kurs angemessen findest. Falls du auch in Bar bezahlen musst, setz dir einfach eine Grenze nach oben und nimm das Geld mit. Am Ende kannst dann entscheiden, was es dir wirklich wert war. Aber wie gesagt, informiere dich einfach direkt beim Kloster nochmal wie das abläuft.

      Ach ja eine Sache noch, die ich gerne vorher gewusst hätte. Wenn das Kloster auch weiße Kleidung vorschreibt, würde ich mich vorher informieren, ob man diese dort ausborgen kann oder ob man sie kaufen muss und mir auch weiße Unterwäsche besorgen 😉 Bis Mai hast du ja noch genügend Zeit. Ich habe mich sehr kurzfristig dafür entschieden und konnte deshalb nicht viele Vorbereitungen treffen. Viele Klöster waren auch schon ausgebucht.

      Weißt du schon in welches Kloster du gehst bzw in welcher Stadt?

      Ich bin schon sehr gespannt auf deine Erfahrungen 🙂

      LG Judith

  4. Avatar

    Michael 31. Januar 2019 @ 8:36

    Hallo Judith

    könntest du mir die Kontaktdaten durchschicken? Vielen Dank und Gruss Michi

    • Judith

      Judith 3. Februar 2019 @ 18:16

      Hallo Michael,

      die Homepage des Klosters ist: http://www.watrampoeng.net
      Die Kontaktdaten:

      – Head Office Tel. 053-278620 053-810180 Press 0
      – Office of Clergy Tel. 053-278620 Press 116
      – The Secretary Tel. 053-278620, 053-810180 Fax. 053-810197
      – Watrampoeng(Tapotaram) 1 M.5 T.Suthep Muang Chiangmai 50200
      http://www.watrampoeng.com http://www.watrampoeng.net E-mail : watrampoeng@hotmail.com

      Ich hab mich per Mail an watrampoeng@hotmail.com angemeldet für den Meditationskurs.

      Gruß Judith

      • Avatar

        Magdalena 5. Oktober 2019 @ 9:52

        Hi Judith, ich finde deinen Bericht echt klasse. In letzter Zeit habe ich ser viel darüber gehört und auch einige meiner Freunde haben diesen Kurs schon gemacht, allerdings alle in Europa. Ich würde es gerne in Asien machen, allerdings finde ich unter deinem Link nur sehr teure Kurse, also nichts mit Spenden. ich würde sehr gerne in das gleiche gehen, in dem du warst, da mein Englisch nicht sehr gut ist und ich es echt toll finde, dass es dort ein deutsche Lehrer gibt. Ich würde mich sehr freuen mehr darüber zu erfahren. liebe Grüße

        • Judith

          Judith 6. Oktober 2019 @ 12:41

          Hallo Magdalena,
          danke, anscheinend ist dieser Link nicht mehr aktuell. Ich habe jetzt aber nochmal gegoogelt und hab die Homepage gefunden, wo die Kontaktdaten und Informationen sind, die ich bekommen habe: http://www.watrampoeng.org/course-meditation/
          Ich weiß aber leider nicht, ob diese Seite noch aktuell ist, da das Kloster einige andere Homepages auch noch hat. Und ob der deutsche Lehrer noch dort ist, kann ich auch nicht sagen, da auf einer anderen Homepage die Lehrer aufgelistet sind und da ist er nicht dabei.
          Aber schreib ihnen einfach mal eine E-Mail an watrampoeng@hotmail.com und frag nach. Wünsch dir auf jeden Fall viel Erfolg 🙂

  5. Avatar

    Rebecca 22. September 2019 @ 20:54

    Ein schöner Bericht! 🙂

    Denkst du, dass 2 Wochen auch „ausreichen“? Hast du das Kloster auf Deutsch per E-Mail kontaktiert?

    Liebste Grüße
    Rebecca 🙂

    • Judith

      Judith 6. Oktober 2019 @ 12:50

      Hallo Rebecca,
      danke! Ich kann nur sagen, dass für mich 10 Tage zu kurz waren, um richtig in die Meditation reinzukommen, aber für andere reichen vielleicht sogar weniger Tage. Es hängt sicher auch von der momentanen Situation ab. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon so lange von Zuhause weg, dass ich auch Heimweh hatte und somit mit den Gedanken immer woanders war. Aber wenn du es 2 Wochen versuchen möchtest, dann probier es einfach. In dem Kloster, in dem ich war, kannst du zum Beispiel den 10 Tage Schnupperkurs machen und dann vielleicht verlängern, so lange es für dich passt. Zumindest hätte ich die Möglichkeit gehabt, länger zu bleiben, da noch Zimmer frei waren.
      Ich hab das Kloster auf Englisch per E-Mail kontaktiert. Viel Erfolg 🙂

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