Autoverkauf in Neuseeland – Der Albtraum schlechthin

Wenn man bei seiner Neuseelandreise plant, ein Auto zu kaufen, schaut man in erster Linie, was es dabei zu beachten gibt. Wie ist das mit der Anmeldung? Wie schließt man eine Versicherung ab? Jedoch vergisst man dabei den Verkauf des Autos. Wie es uns dabei ergangen ist, erfahrt Ihr in diesem Blogpost.

Autokauf

Als wir in Auckland angekommen sind, haben wir natürlich erstmal alle Facebookseiten durchsucht um ein passendes Auto zu finden. Wobei passendes Auto nicht ganz stimmt, denn wir kamen zu Beginn der Saison an und zu der Zeit gab es so gut wie überhaupt keine Autos mehr am Markt.

Aus diesem Grund suchten wir nach Händler. In Auckland gibt es zum Glück ein paar. Backpacker Car World war der erste auf unserer Liste. Dort angekommen waren wir sehr enttäuscht. Es gab nur sehr alte Autos um ca. NZD 8.000,- (ca. EUR 4.7000,-), was uns jedoch zu teuer war. So fragten wir wieviel es kosten würde, einen Camper zu mieten. Aber mit rund EUR 3.350,- war auch das keine Option.

Beim zweiten Händler sahen wir einen Toyota Estima Baujahr 1994. Wir wollten zwar nicht so ein altes Auto kaufen, aber eine andere Möglichkeit hatten wir nicht wirklich. Das Auto machte einen guten Eindruck und nach einer kurzen Testfahrt haben wir uns dafür entschieden.

Auto für Verkauf bereitmachen

Nach unserem Roadtrip mussten wir das Auto natürlich auch wiederverkaufen. Zuerst mussten wir aber ein paar Schäden am Auto reparieren, welche während unserer Reise am Auto entstanden sind. Zum Beispiel regnete es ins Auto, das konnte einfach behoben werden indem wir den Gummi bei der Windschutzscheibe mit Silikon abdichteten. Es leuchtete auch öfter während der Fahrt eine Warnleuchte auf. In einer Werkstatt wurde dazu einfach das Bremslicht getauscht und das noch dazu kostenlos.

Als soweit wieder alles repariert war, gönnten wir dem Auto noch eine Innen- und Außenreinigung. Danach wurden Fotos gemacht und auf Facebook gestellt. Es dauerte nicht lange und schon meldeten sich ein paar Interessenten. Mit zwei Jungs aus Deutschland wurde es dann konkreter und wir einigten uns auf einen Preis. Sie wollten dann noch einen mechanischen Check in der Werkstatt durchführen lassen womit wir einverstanden waren.

 

Unser Auto bereit zum Verkauf

Unser Auto bereit zum Verkauf

 

Mechanischer Check

In der Werkstatt hieß es dann ca. 3 Stunden warten. Danach kam die erste Überraschung, auch wenn es dein Auto ist, erfährt das Ergebnis nur der, der den mechanischen Check bezahlt hat. Die Jungs waren aber so nett und haben uns das Ergebnis danach zugesendet. In diesem wurden zwei „gröbere“ Mängel beanstandet. Die Jungs meinten, wenn wir diese reparieren ließen, würden sie das Auto nehmen.

Wir fuhren zu der Werkstatt, welche uns auch schon das Bremslicht tauschte, um zu fragen was die Reparatur kosten würde. Die Werkstatt machte wieder einen kompletten Check. Kostete uns € 30,- obwohl wir das eigentlich gar nicht wollten, dennoch um einiges günstiger als das was die Jungs bezahlt haben (€ 100,-). Warum sich die € 30,- dennoch ausgezahlt haben erfährt ihr unten.

 

Pre-purchase Check

Pre-purchase Check

 

Diese Werkstatt kam zu dem Ergebnis, dass mit dem Auto alles OK sein würde. Als wir Ihnen, dann das Ergebnis des ersten Checks gezeigt haben, meinten sie es ist nicht nötig diese zwei Dinge zu reparieren da diese funktionieren. Wir telefonierten daraufhin mit den Jungs, um Ihnen dies mitzuteilen. Die hatten zu der Zeit aber schon ein anderes Auto in Aussicht.

Rückschlag auch mit weiteren potenziellen Käufern

Sehr enttäuscht von diesem Rückschlag reduzierten wir den Betrag von unserem Auto und machten wieder mehrere Besichtigungstermine aus. Jetzt hatten wir zumindest einen Pre-Purchase-Check, der keine Mängel angeführt hatte. Diesen haben wir den Interessenten auch immer gezeigt und das wurde sehr positiv angenommen.

Ein paar Tage später trafen wir uns mit 2 Französinnen, welche danach meinten sie würden unser Auto fix kaufen. Wenig später gab es auch hier eine Absage. Gleiches mit einem jungen Mann, ebenfalls aus Frankreich, dieser wollte nach der Besichtigung das Auto sofort nehmen.

Die Überweisung von seinem Französischen Bankkonto wollte er auch gleich durchführen. Da er aber zuvor Geld auf sein Neuseeländisches Konto überwiesen hatte, war sein Überweisungslimit überschritten. Er meinte er sollte das Geld am nächsten Tag auf sein Neuseeländisches Konto haben und er würde es uns dann von da aus überweisen. Da er uns fix zugesagt hatte, haben wir die restlichen Besichtigungen für diesen Tag abgesagt und warteten auf den nächsten Tag.

Am nächsten Tag, schrieben wir uns wieder und plötzlich meinte er, er wollte vor der Überweisung noch einen mechanischen Check beim Auto durchführen lassen. Wir fragten Ihn was das soll, er habe uns bereits zugesagt und wir haben die anderen bereits abgesagt. Daraufhin hat er den Kauf abgebrochen, mit der Begründung, dass er und nicht mehr vertrauen kann.

Schwierigste Zeit auf unserer Reise

Langsam hatten wir auch ein zeitliches Problem, da unserer Visum bald ablaufen würde. Aus diesen Grund haben wir auch einen Termin bei einem Händler ausgemacht, welcher uns für das Auto jedoch nur € 300,- geben würde. Somit hätten wir einen Totalverlust.

Zu diesem Zeitpunkt waren wir dann endgültig am Boden zerstört und waren den Tränen sehr nahe. An diesem Tag hatten wir dann auch keine Besichtigungen und es meldete sich auch keiner mehr. So stellten wir das Auto erneut auf Facebook.

 

Schwirige Zeit auf Weltreise

Schwirige Zeit auf Weltreise

 

Nach einem weiteren Tag hatten sich dann sehr viele Leute gemeldet und wir machten uns mit 3 einen Termin aus. Die erste Besichtigung war wieder mit einer Französin. Wie man vielleicht verstehen kann hatten wir nicht sehr viele Hoffnungen. Sie meinte aber, Ihr gefalle das Auto sehr gut und Sie gibt uns am Abend Bescheid. Am Abend bekamen wir dann die Nachricht, Sie würde uns das Auto abkaufen. Wirklich freuen konnten wir uns dennoch nicht da wir soweit schon mehrmals waren.

Ende gut, alles gut

Wir trafen uns mit der jungen Frau und dann ging alles sehr schnell. Sie machte vor unseren Augen die Überweisung und wir meldeten dann das Auto um. Das war natürlich ein Risiko, da Sie die Überweisung auch stornieren hätte können. Sie meinte auch, wir können noch warten bis das Geld bei uns am Konto ist. Aber da wir auch Fotos des Passes gemacht hatten und eigentlich nur noch so schnell wie möglich wegwollten, haben wir das Auto gleich übergeben.

Wir buchten eine Unterkunft und bereits für den nächsten Tag einen Flug ins nächste Land. Noch am Flughafen war das Geld auch schon auf meinem Konto und so konnten wir ruhigen Gewissens Neuseeland verlassen.

Ich denke unser Hauptproblem beim Verkauf war, dass es ein sehr altes Auto war. Wenn wir uns auf unserer Reise nochmals ein Auto kaufen, werden wir mehr Geld investieren und ein neueres Auto kaufen. Während der Zeit, in der wir das Auto verkaufen wollten, haben wir auf den Campingplätzen gesehen, dass auch andere Probleme hatten ihr Auto zu verkaufen.

Das Auto haben wir letztendlich für € 2.900,- verkauft. Wenn man die Campingausrüstung und die kleineren Reparaturen hinzuzählt, hat uns das Auto für knapp 3 Monate ca. € 500,- gekostet. Wenn man bedenkt was das Mieten gekostet hätte, ist das ein super Preis.

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6 Kommentare, RSS

  1. Avatar

    Vortschy 7. Februar 2018 @ 8:44

    Autoverkaufen ist bei uns schon nicht mehr leicht, dass es da am anderen Ende der Welt mit einer alten Kiste Probleme gibt glaube ich. Schön, dass es noch gut ausgegangen ist. Wenn man dann sieht wofür ihr das Auto noch verkauft habt und was der Händler geboten hatte ist das schon eine Frechheit.

    • Rudi

      Rudi 7. Februar 2018 @ 11:30

      Ja wir waren auch sehr entäuscht vom Händler 😟 Er meinte auch noch wir sollten es auf Facebook stellen vielleicht bekommen wir dort NZD 2.000 (EUR 1.182,80) 😓

  2. Avatar

    Ernst 15. Februar 2018 @ 19:01

    Ich glaube auch, dass ihr mit 500Euro Unterkunftskosten zufrieden sein könnt, und damit sollte das unangenehme Kapitel eurer Neuseelandreise schnell in Vergessenheit geraten.

    • Judith

      Judith 20. Februar 2018 @ 12:33

      Ja das stimmt mit dem Preis sind wir vollkommen zufrieden. Nur das Verkaufen an sich war Horror 😖

  3. Avatar

    Lari 3. Dezember 2018 @ 10:03

    In welchem Monat habt ijr denn das Auto verkauft?

    • Judith

      Judith 3. Februar 2019 @ 18:30

      Hallo Lari,

      tut uns leid für die späte Antwort. Wir haben unser Auto Ende Jänner verkauft. Um diese Zeit ist es aber schon sehr schwer, das Auto zu verkaufen. Dafür hatten wir das richtige Wetter zum Campen 😉

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