Ein Besuch in Taiwans Hauptstadt Taipeh – Eine ganz andere Welt

Nachdem wir von den Philippinen so enttäuscht waren, freuten wir uns schon auf das nächste Land: Taiwan. Vor unserer Reise lasen wir sehr unterschiedliche Reiseberichte über dieses Land. Einige davon waren sehr positiv, aber es waren auch negative dabei.

Als wir in Taipeh ankamen, waren wir aber vom ersten Augenblick an begeistert. Die Fortbewegung war wieder viel einfacher, da es ein sehr gutes Metrosystem in Taipeh gibt. Wir haben uns eine Easy Card gekauft und nachdem wir diese aufgeladen hatten, wurden die Fahrten automatisch abgebucht. So etwas hätten wir uns in Wien auch gewünscht.

Eine ganz andere Welt

Wir hatten vorher schon gehört, dass sich Chinesen und Japaner überall anstellen und dass alles sehr geordnet ist. Und auch hier merkten wir, diesen Einfluss. Am Boden vor der Metro sind Linien eingezeichnet, wo man sich anstellen muss. Man sieht auch nicht auf die Gleise, da eine Wand mit Türen davor ist, die gleichzeitig mit den Türen der Metro aufgehen.

 

Linien am Boden, wo man sich anstellen muss in der Metrostation

Linien am Boden, wo man sich anstellen muss in der Metrostation

 

Bevor die Metro ankommt ertönt eine beruhigende Musik und es ist richtig entspannt. Wenn ich in Wien auf die U-Bahn gewartet habe, kam diese immer mit einem mega Krach an und der Wind hat mich halb umgeblasen. Hier hingegen ist man richtig entspannt und ruhig, keiner drängelt und die Metro kommt ganz ruhig und man hört diese entspannende Musik. In der Metro selbst ist es auch sehr ruhig und angenehm.

Auch die vielen Verbotsschilder fielen uns gleich auf. In der Metro darf man zum Beispiel nicht Essen und Trinken. An das mussten wir uns auch erst gewöhnen, aber ich finde es trotzdem sehr angenehm.

Bis wir mit der Metro unser Airbnb erreicht hatten, gab es auch überall am Weg sehr gutes Wlan und wir merkten schnell, dass Taiwan ein sehr fortschrittliches Land ist. Touristen sahen wir nachdem wir den Flughafen verlassen hatten keine mehr und die Taiwanesen sahen uns oft an, wie wenn wir Außerirdische wären.

Einfache Dinge werden plötzlich schwierig

Wir waren richtig hin und weg, weil Taiwan einfach ganz anders ist als alles andere, was wir bis jetzt gesehen haben. Andere Schrift, andere Menschen, andere Sitten und auch andere Toiletten. Ich stellte mit Freude fest, dass die Toilette einen beheizten Sitz hatte. Im ersten Moment war das zwar etwas komisch, weil es sich anfühlt, wie wenn gerade jemand draufgesessen hätte, aber trotzdem sehr angenehm, weil es doch wieder etwas kälter hier war.

Neben der Toilette gab es viele Knöpfe, die jedoch nur auf chinesisch beschriftet waren und ich dachte, einer davon wird schon die Spülung sein. Vorsichtshalber machte ich den Deckel, da ich nicht nass werden wollte, weil bekanntlich können diese Toiletten ja alles Mögliche anspritzen. Ich probierte einen Knopf aus, aber es geschah nichts. Die anderen Knöpfe traute ich mir nicht ausprobieren, weil ich auch gehört habe, dass manche Knöpfe Geräusche machen.

 

Wo ist hier die Spülung?

Wo ist hier die Spülung?

 

Ahnungslos stand ich da und überlegte. Wie immer war Google dann mein letzter Ausweg und die Suchmaschine konnte für mich wie fast immer auch die richtige Lösung finden. Und zwar gab es bei der Toilette eine ganz normale Spülung wie bei jeder anderen Toilette auch. Ich war einfach von den vielen Knöpfen verwirrt, weil ich dachte, dass es da sicher auch einen zum Spülen geben musste, dabei war die Spülung ganz normal wie immer. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich sehr übermüdet war, weil ich die ganze Nacht am Flughafen verbracht hatte und fast nicht geschlafen habe.

Was bringt der Eisverkäufer heute?

Auf den Straßen hört man  vor allem Abends schöne Melodien wie bei Eisverkäufern. In den anderen asiatischen Ländern, die wir bereits bereist haben, gab es viele Verkäufer, die ähnliche Melodien spielten, aber auch hier ist das etwas ganz anderes. Hier sind es die Müllautos, die mit solchen Melodien herumfahren 😀 Und diese Melodie ist ein echter Ohrwurm und wenn man ihn einmal vergessen hat, ist das nächste Müllauto sicher nicht weit weg 😀

Ein weiterer wichtiger Punkt, warum wir Taiwan gleich von Anfang an lieben lernten ist das Essen. Wir dachten eigentlich, dass wir wieder viel Reis zu essen bekommen werden, der uns nach den Philippinen und Indonesien schon ziemlich zum Hals heraushängt, aber falsch gedacht.

Wir probierten am ersten Tag gleich die Hot Pots, das sind chinesische Suppen, die auf einem im Tisch verbauten Gaskocher serviert werden. Dazu bekamen wir noch ein Ei und gefrorene Nudeln. Wir waren wieder mal ratlos, was wir damit jetzt machen sollten. Wir wussten nicht, ob das Ei roh oder gekocht war und ob wir dieses und die Nudeln einfach in die Suppe geben sollten. Aber trotz der schlechten Englischkenntnisse der Taiwanesen konnte uns wie immer jemand weiterhelfen und das Ei war roh und gehört, wie auch die gefrorenen Nudeln in die Suppe. In der Suppe war außerdem noch Salat, Fleisch, Bohnen, Sojasprossen und Tofu. In Rudis Suppe war auch stinky Tofu, den wir dann noch sehr oft auf der Straße vor den Restaurants rochen und davon waren wir nicht ganz so begeistert 😀

Leckerer Milchdrink mit Bohnen und Reis

Sehr gut sind auch die Buns und Dumplings, die Rudi richtig liebt. Das sind Teigtaschen, die mit Fleisch gefüllt sind. Und zu meinen Lieblingsspeisen gehört auch das Jelly mit Bohnen und natürlich Bubble Tea, den hier jeder trinkt. Am liebsten mag ich das Milchgetränk mit Adzukibohnen, Reis und Zucker. Hört sich zwar nicht so gut an und Rudi hat es auch noch nicht gewagt zu kosten, aber ich finde es wirklich lecker.

Um sich beim Essen durchzuprobieren, geht man am besten zu den Nachtmärkten, die es überall gibt. Dort gibt es ab 18 Uhr unzählige Stände mit verschiedenen Köstlichkeiten zu sehr günstigen Preisen. Der Nachteil ist jedoch, dass dort oft sehr viele Menschen sind und man sich richtig durchdrängeln muss sodass man gar nicht genug Zeit zum schauen hat. Wir haben uns in Taipeh den Nachtmarkt in Songshan angesehen.

 

Nachtmarkt in Taipeh

Nachtmarkt in Taipeh

 

Höchstes Gebäude von Taipeh

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die auf unserer To-Do-Liste stand ist die Chiang-Kai-Shek Gedächtnishalle. Dort ist eine Statue des ehemaligen Präsidenten und diese wird von einer Ehrengarde bewacht. Zu jeder vollen Stunde kann man sich die Zeremonie von der Ablöse der Garde ansehen, so ähnlich wie in London vor dem Buckingham Palace.

 

Chiang-Kai-Shek Gedächtnishalle

Chiang-Kai-Shek Gedächtnishalle

 

Danach ging es weiter zum bekanntesten Tempel, dem Longshan Tempel. Dieser ist sehr prunkvoll und es gibt dort viel zu entdecken. Aber auch hier waren sehr viele Leute und deshalb haben wir uns dort nicht sehr lange aufgehalten. Man konnte auch die lange Tafel mit den vielen Opfergaben bewundern. Dort wurde alles geopfert von Obst über Blumen bis zu Schokoriegel und Kuchen.

 

Opfergaben im Tempel

Opfergaben im Tempel

 

Der nächste Stopp war das Finzanzzentrum Taipei 101, das höchste Gebäude Taiwans und das achthöchste Gebäude der Welt. Mit einem der schnellsten Lifte fuhren wir in Sekundenschnelle in den 89. Stock und bewunderten Taipeh von oben. Im 91. Stock konnten wir auch nach draußen auf eine Terrasse und in den untersten Stockwerken befindet sich ein Luxuseinkaufszentrum. Unter der Aussichtsplattform kann man sich auch den größten Schwingungstilger der Welt ansehen. Dieser gleicht die Gebäudeschwingungen aus, was in Taiwan auch sehr wichtig ist, da es hier öfter Erdbeben gibt.

 

Ausblick aus dem Taipei 101

Ausblick aus dem Taipei 101

 

Tilgerpendel im Taipei 101

Tilgerpendel im Taipei 101

 

Heiße Quelle

Eines meiner Highlights in Taipeh war der Besuch einer heißen Quelle. Ich liebe heiße Bäder und in Taiwan gibt es viele davon. Wir waren in der heißen Quelle in Beitou, das liegt etwas außerhalb vom Stadtzentrum und es kostet umgerechnet nur ca. € 1 pro Person Eintritt. Wir hatten vorher schon gelesen, dass am Eingang die Badesachen kontrolliert wurde. Oft waren dort die Badehosen der Männer nicht erlaubt. Deshalb musste sich Rudi leider eine Badehose kaufen und dann kam der Besuch ein bisschen teurer. Wir verstehen zwar nicht, warum nur die anliegenden Badehosen erlaubt sind, aber es hängt wohl mit dem Material zusammen.

Die heiße Quelle besteht aus 6 Becken, die schwefelhaltiges Wasser beinhalten. Die 4 heißen Becken hatten Temperaturen von 38 – 46 Grad und zwei Becken waren eiskalt. Ich habe es nur in dem Becken mit 38-41 Grad und in den kalten Becken ausgehalten. Die zwei heißesten habe ich gar nicht probiert, weil mir das zweitheißeste schon viel zu heiß war. Zusätzlich zur Hitze hat auch der Schwefel sehr gebrannt auf der Haut. Die Leute, die aus dem 46 Grad heißen Becken herauskamen, sahen schon direkt gekocht aus, weil sie so rot waren.

Wir sahen hier, dass den Leuten hier gar nichts peinlich war. Alle machten Übungen, wie zum Beispiel Kniebeugen neben den Becken oder Übungen mit den Händen, die sehr komisch aussahen. Da wurde uns bewusst, wie zurückhaltend die Leute bei uns waren und wie schnell uns etwas peinlich war. Hier sind die Leute noch viel ursprünglicher und genieren sich nicht so schnell wie bei uns.

Unser Resümee

Als wir in Neuseeland waren, dachten wir uns würde nichts mehr so umhauen wie dieses Land. Da haben wir allerdings falsch gedacht, denn auch Taiwan hat uns wieder schwer beeindruckt und uns wurde bewusst, dass es auf der Welt so viel zu entdecken gibt. Es gibt Länder, so wie Taiwan, in denen es ist wie in einer anderen Welt und das ist so faszinierend.

Nach Taipeh ging es für uns weiter südlich nach Hualien. Dort sahen wir uns den Taroko Nationalpark an. Dazu aber mehr im nächsten Blogpost.

 

Wo sind wir eigentlich?

Taiwan liegt südöstlich China.
Taipeh ist im Norden von Taiwan.

 

 

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4 Kommentare, RSS

  1. Avatar

    Bär Franz 11. März 2018 @ 21:49

    hat mir wieder sehr gefallen , wünsche noch schöne Tage bei eurem Trip.

    LG Franz

    • Rudi

      Rudi 13. März 2018 @ 7:44

      Danke Franz. Ja von Taiwan sind wir sehr begeistert 😄

  2. Avatar

    Ernst 25. März 2018 @ 18:23

    Sehr interessant, ich habe einiges von einem Land erfahren, von dem ich vorher wenig wusste. Ich wünsche euch noch angenehme Tage!

    • Judith

      Judith 30. März 2018 @ 12:08

      Taiwan ist wirklich ein sehr interessantes Land und wir sind so froh, dass wir es bereist haben. Vielen Dank! 🙂

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