Liebe Grüße aus der Kirschblütenzeit – Unsere ersten Eindrücke von Japan

Wir haben unsere Reise so geplant, dass wir genau zur Kirschblütenzeit in Japan sind. Wir legten nach den Philippinen noch einen Stopp in Taiwan ein, um die Zeit bis Ende März zu überbrücken. Darüber sind wir sehr froh, denn Taiwan war wirklich den Besuch wert. Dieses Land gehört auf jeden Fall zu unseren Lieblingsländern. Unsere Blogposts über Taiwan findet ihr hier.

In Taiwan hat die japanische Kultur einen großen Einfluss und dort konnten wir die chinesische Schrift nicht lesen. Dort ging aber alles sehr einfach und ohne Probleme. Deshalb dachten wir, dass wir sehr gut für Japan vorbereitet sind.

Japan ist einfach anders

Dann kam aber alles anders. Bei unserer Ankunft in Fukuoka merkten wir gleich, dass hier alles viel komplizierter ist als in Taiwan. Wir brauchten sehr lange bis wir die Strecke zu unserem Hostel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefunden hatten. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Unterkünfte in Japan extrem teuer sind.

Wir checkten in unser Hostel ein und mussten gleich mal unser Bett selbst überziehen. Damit haben wir natürlich kein Problem, aber es ist anders als sonst. Die Matratze ist natürlich typisch japanisch und nur ein dünnes Futon.

Immer diese Toiletten

Auch die Toilette muss ich an dieser Stelle wieder erwähnen. Ich hatte zwar in Taiwan bereits ersten Kontakt mit einer japanischen Toilette und auch die ersten Schwierigkeiten, aber hier gab es wieder etwas Neues. Und zwar hört man wenn man sich auf die Toilette setzt Bachrauschen und Vogelgezwitscher 😀 Anfangs dachte ich dass die Spülung hängt, aber es floss kein Wasser. Nach einiger Zeit realisierte ich dann auch das Vogelgezwitscher und da war mir klar, dass das Geräusch aus einem Lautsprecher kommt. Ein weiteres cooles Feature der Toilette ist, dass man sich mit dem Wasser, das nach der Spülung in den Spülkasten rinnt, die Hände waschen kann.

In den getrennten Badezimmern konnte ich mein Handtuch und meine Kleidung nicht mit in die Dusche nehmen. Das irritierte mich Anfangs auch noch und zu diesem Zeitpunkt war ich auch vor lauter neuen und anderen Sachen schon relativ fertig. Dann kam mir wieder der Gedanke, dass man in Japan auch in den heißen Quellen, den sogenannten Onsen, auch nackt baden geht.

Mir ist auch aufgefallen, dass es in Japan überall sehr leise ist. An der Bushaltestelle, im Bus und selbst in der Hostelküche redete keiner und man sah einige Japaner schlafen. Ich habe auch gelesen, dass es in Japan verpöhnt ist unterwegs zu essen. Deshalb trauten wir uns auch an der Bushaltestelle und im Bus fast nicht zu essen. Man hört auch oft, dass das Schnäutzen nicht gern gesehen ist. Ich habe aber viele Leute und auch Asiaten gesehen, die sich schnäutzten. Vielleicht waren es aber auch keine Japaner.

Die größte Schwierigkeit für uns war jedoch, dass wir etwas nachfragten. Die Japaner sagen nämlich nie nein. Wenn sie etwas verneinen wollen, dann umschreiben sie das blumig. Und natürlich können die meisten Japaner auch kein Englisch. Und es ist schon öfter passiert, dass wir etwas nachgefragt haben und sie haben uns dann irgendwas auf Japanisch erklärt. Wir hatten natürlich keinen Plan und gaben dann nach kurzer Zeit auf.

Frühlingsgefühle

Nun aber zu den positiven Seiten von Japan, denn die sind wirklich nicht zu wenig 🙂 Wir haben jetzt unseren dritten Frühling und zwar nicht nur in unserer Beziehung 😉 Nach Neuseeland und Taiwan ist das der dritte Frühling auf unserer Reise. Und dieser ist wirklich der allerschönste, denn die Kirschblütenzeit ist wirklich extrem kitschig hier.

 

Kirschblüten in Japan

 

Kirschblüten in Japan

 

Kirschblüten in Japan

 

Man kennt ja die Bilder von den Kirschblüten in Japan und ich dachte, das ist vielleicht in ein oder zwei großen Parks so. Aber egal wohin man geht, man kommt nicht darum herum die Bäume zu sehen. Oft sind es ganze Alleen von Kirschblütenbäumen und auch in den Park ist ein Baum nach dem anderen. Und unter jedem Baum sitzen ein paar Japaner und picknicken. Es ist wirklich wie im Bilderbuch.

In Japan feiert man in der Kirschblütenzeit nämlich das Hanami Fest. Auf Deutsch übersetzt heißt das „Blüten betrachten“ und es wird in den etwa zehn Tagen gefeiert, in denen die Kirschblüten blühen. Dazu geht man mit Freunden und Kollegen in den Park und picknickt unter den Kirschbäumen.

 

Hanami Fest in Japan

Hanami Fest in Japan

 

Vom Verbeugen und Knicksen

Meistens sind die Japaner wirklich süß. Sie lächeln immer und verbeugen sich sehr oft. Bei meinem ersten Versuch mich zu verbeugen, habe ich laut Rudi einen Knicks gemacht. Aber ich habe es zumindest versucht 😀

Wenn man bezahlt, gibt man das Geld hier mit beiden Händen an den Kassierer. Auch Rückgeld und Rechnungen oder Tickets bekommt man mit beiden Händen. Übrigens habe ich gelesen, dass Trinkgeld hier verpöhnt ist, da der Service zum guten Ton gehört.

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob diese Regeln, die ich vorher gelesen habe und die mir ehrlich gesagt etwas Angst eingejagt haben vor unserem Aufenthalt, wirklich noch gelten. Man kann das alles aber natürlich nicht verallgemeinern. Denn sogar in Japan drängeln viele Leute und sind oft ungeduldig, obwohl man immer nur hört, dass die Japaner so verhalten und höflich sind. Es kann natürlich auch sein, dass das die Touristen sind und nicht die Japaner selbst.

Es ist interessant zu beobachten, dass fast alle Japaner einen Anzug tragen. Uns kommt es vor, wie wenn hier jeder einen Job in großen Businessfirmen hätte, weil man überall Anzugträger sieht.

Was wir in Japan auch sehr witzig finden, sind die Ampeln. Wenn eine Fußgängerampel auf grün umschaltet macht sie entweder den Schrei von einem Adler oder von einem Kuckuck nach oder sie spielt eine lustige Melodie.

Wir sind schon sehr gespannt was uns noch alles in Japan erwartet, denn wir haben noch so einiges geplant. Zum Beispiel werden wir in einem typisch japanischen Hotel, einem Ryokan, übernachten. Wir haben auch vor, mit dem schnellsten Zug der Welt zu fahren und über die berühmteste Kreuzung der Welt zu gehen.

 

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