Unsere Route durch Japan – von Fukuoka bis Tokio

Wir verbrachten 3 Wochen in Japan und waren von Anfang an begeistert von diesem Land. In diesem Blogpost erzähle ich von unseren Erlebnissen in dem Land, das so anders ist als alle anderen Länder, die wir zuvor bereist haben.

Ankunft in Fukuoka

Als wir in Fukuoka ankamen waren wir gleich einmal überfordert und brauchten lange, um zu unserem Hostel zu gelangen. Über unsere Ankunft habe ich ja schon in meinem letzten Blogpost geschrieben.

Wir hatten wirklich großes Glück, dass wir die Kirschblütenzeit genau erwischten und waren vollkommen hin und weg von den vielen Blüten. Die ersten Tage in Fukuoka nutzten wir gleich aus, um in Parks zu gehen und die Kirschblüten zu bestaunen. Ich habe wirklich noch nie so schöne Parks gesehen und kann es immer noch kaum glauben, wie schön es in den Parks zu Kirschblütenzeit ist.

 

Kirschblüten in Fukuoka

 

Kirschblüten in Fukuoka

Kirschblüten in Fukuoka

 

Ein sehr trauriger und ergreifender Ort

Nachdem wir 2 Tage in Fukuoka verbracht hatten und die Parks dort gesehen hatten ging es weiter nach Hiroshima. Hiroshima ist eine sehr schöne und ruhige Stadt und auch dort begleiteten uns die Kirschblütenzeit und wir waren immer wieder überwältigend wenn wir die vielen Bäume sahen.

Auch wenn Hiroshima heute sehr schön ist hat es eine sehr traurige Geschichte. Es wurde im 2. Weltkrieg durch eine Atombombe zerstört und viele Menschen haben ihr Leben verloren. Diese Geschichte ist in der Stadt nicht zu übersehen.  Eines der Gebäude, die nicht komplett zerstört wurden, ist die Halle zur Förderung zur Industrie. Diese wurde so belassen, wie sie nach dem Anschlag aussah und steht heute als Mahnmal im Friedenspark.

 

Mahnmal bei Nacht

Mahnmal bei Nacht

 

Wir haben uns dieses Gebäude und auch den Park, in dem es zahlreiche Denkmäler gibt, angesehen und waren sehr ergriffen. Auch im Museum waren wir, aber leider war das Hauptgebäude des Museums geschlossen, da es gerade gegen Erdbeben gesichert wird.

 

Denkmal im Friedenspark

Denkmal im Friedenspark

 

Uns hat die Geschichte von Hiroshima sehr mitgenommen und auch bewusst gemacht, wie schlimm dieser Angriff mit der Atombombe war.

Schnellzug, Running Sushi und heiße Quellen

Nach 2 Tagen in Hiroshima fuhren wir mit dem Shinkansen nach Osaka. Der Shinkansen ist der Schnellzug von Japan. Er ist aber nicht der schnellste Zug der Welt wie wir gedacht haben, sondern der drittschnellste. Die schnellsten Züge sind in China und die zweitschnellsten in Frankreich, also fast vor der Haustüre 😀

Von der Shinkansenfahrt hätten wir uns mehr erwartet, da der Zug satte 80€ gekostet hatte und es nicht sehr viel anders war als eine normale Zugfahrt. Der Vorteil war nur dass wir statt 5-6 Stunden nur 1 Stunde und 20 Minuten benötigten. Dazu könnt ihr euch auch unser YouTube-Video ansehen.

 

Shinkansen Schnellzug

Shinkansen Schnellzug

 

In Osaka haben wir uns mit Steven, einem Bekannten von mir, getroffen und sind zum ersten Mal Essen gegangen, da wir sonst nur Fertigprodukte aus dem Supermarkt aßen. Man muss aber dazu sagen, dass die Fertigprodukte in Japan nicht mit unseren Fertigprodukten zu vergleichen sind, denn in Japan gibt es wirklich sehr viele und sehr leckere Fertigprodukte.

Unser eigentlicher Plan war, dass wir nur 5 Tage in Osaka bleiben. Da wir aber als nächstes Kyoto am Programm stand und die Hotels dort so teuer waren, entschieden wir uns noch länger in Osaka zu bleiben.

Wir sahen uns die bekannte Einkaufsstraße an und machten auch einen Tagesausflug nach Nara. In Nara gibt es freilaufende Rehe in einem großen Gebiet. Steven hat mir erzählt, dass manche Leute glauben, dass die Rehe die wiedergeborenen Mönche von dem Kloster dort sind. Anscheinend sind deshalb auch so zahm. Ich glaube eher, dass es daran liegt, dass sie von den Touristen dort gefüttert werden. In Nara wimmelt es übrigens nur so von Touristen.

Die Rehe dort waren sehr frech und aßen alles. Leider auch Plastik und Papier, das die Touristen ihnen dort geben. Das kann ich wirklich nicht verstehen. Nachdem wir als Nachmittagssnack eine Banane verspeist hatten, ließ uns ein Reh gar nicht mehr in Ruhe, da es unbedingt unsere Bananenschale klauen wollte 🍌

Auch in Nara gab es wunderschöne Kirschblüten und da die Kirschblütenzeit sehr kurz ist, lagen die meisten Kirschblüten schon am Boden. Deshalb war das Gras teilweise ganz rosa. Das war ein richtig kitschiger Anblick noch dazu mit den Rehen und es regnete auch immer wieder Kirschblüten von den Bäumen.

 

Rosa Boden und Rehe in Nara

Rosa Boden und Rehe in Nara

 

Wir sahen uns noch die Great Buddha Hall an, in der sich die größte buddhistische Bronzestatue befindet. Danach fuhren wir wieder zurück nach Osaka.

Nach dem vielen Sightseeing brauchten wir nun etwas Entspannung und besuchten zum ersten Mal in unserem Leben einen Onsen. Ein Onsen ist eine japanische heiße Quelle. Diese haben zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit den Thermen in Österreich allerdings sind die Verhaltensregeln dort ganz anders.

In einem Onsen darf man keine Schwimmkleidung tragen, sondern man geht komplett nackt ins heiße Wasser. Deshalb sind die Onsen auch getrennt nach Geschlecht. Also Rudi und ich mussten in verschiedene Bereiche. Bevor man ins Wasser geht muss man sich gründlich duschen und zwar im sitzen. In jedem Onsen gibt es einen Bereich mit Duschen und Duschhockern, wo auch Duschgel und Shampoo verfügbar ist.

Die Onsen sind sehr heiß, sie haben meist über 40°. Deshalb hielt ich es nicht viel länger als 15 Minuten im Wasser aus. Es war aber sehr entspannend, da die verschiedenen Becken im Ikkyu Onsen sehr schön hergerichtet waren. Es gab Innen- und Außenbecken und auch ein Dampfbad und eine Sauna. Das einzige was mich störte war, dass in der Sauna ein Fernseher war. Das zerstörte irgendwie die angenehme und entspannende Stimmung in der Sauna.

Ein weiteres Highlight in Osaka war das Running Sushi Essen. Wir freuten uns richtig Running Sushi in dem Land zu essen, wo es erfunden wurde. Ich fand Sushi in Österreich schon sehr gut, aber unglaublicherweise war es in Japan noch viel besser.

Auch das System des Restaurants beeindruckte uns sehr. Es gab nicht nur das Förderband, von dem man sich nehmen konnte, was man will, sondern man konnte über ein Tablet auch Essen bestellen, das gerade nicht vorbeifuhr. Dieses wurde dann über ein zweiter Förderband über dem anderen direkt zum Tisch befördert. Die Teller warfen wir einfach durch einen Schlitz und sie wurden automatisch mitgezählt. Ein Teller kostete übrigens ca. 70 Cent.

Traditionell Japanisch

Schließlich fuhren wir nach Kyoto haben wir eine Nacht in einem Ryokan bebucht. Das ist ein traditionell japanisches Hotel, in dem es einen Onsen gibt und wir bekamen auch Abendessen und Frühstück serviert. Obwohl es 180€ kostete, war es mir aber den Preis wert, da ich diese Erfahrung schon lange einmal machen wollte.

Nach unserer Ankunft zogen wir uns als erstes den Yukata an, das ist der japanische Schlafanzug, der dem Kimono sehr ähnlich ist. Nachdem wir im Onsen baden waren, wurde uns das Essen im Zimmer serviert und dazu gab es noch ein Sake Tasting. Sake ist ein alkoholisches Getränk, das sehr bekannt in Japan ist. Es schmeckt ähnlich wie Schnaps, ist aber weit nicht so stark.

Es gab so viel zum Abendessen, dass wir danach pappsatt in unsere Futons fielen, die uns nach dem Essen ausgebreitet wurden. Am nächsten Tag blamierten wir uns sehr bei Frühstück, warum seht ihr in unserem Video.

 

Wir im Yukata

Wir im Yukata

 

In Kyoto kann man wirklich das ganz traditionelle Japan kennenlernen. Es gibt hunderte Kimonorentals und man kann auch die Touristen beobachten, die sich Kimonos ausborgten oder sogar als Geisha verkleiden ließen. Eine Geisha habe ich auch gesehen, aber ich habe leider nur einen kurzen Blick erhascht.

An unserem letzten Tag in Kyoto besichtigten wir noch zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. In der früh besuchten wir den Bambuswald und waren dort aber nicht die einzigen. Wenn man nicht mit hunderten anderen den Bambuswald sehen will, dann muss man bereits gegen 5 Uhr morgens dort sein.

 

Rudi im Bambuswald

Rudi im Bambuswald

 

Als nächstes sahen wir uns Fushimi Inari-Taisha an. Das ist ein Schrein auf einem Berg zu dem man durch hunderte rote Tore gelangt. Auch hier waren sehr viele Touristen, aber es war wirklich einen Besuch wert, da die vielen Tore sehr beeindruckend sind.

 

Wir unter den vielen Toren

Wir unter den vielen Toren

 

In der größten Stadt der Welt

2 Tage später fuhren wir mit dem Nachtbus nach Tokio. Den Nachtbus in Japan können wir nicht weiterempfehlen. Wir haben einen der teureren Nachtbusse gebucht, die einen Vorhang bei jedem Sitz haben und breitere Sitze. Leider konnten wir nicht sehr gut schlafen, da man die Lehne nicht weit genug zurücklehnen konnte. Dementsprechend müde kamen wir dann in der Millionenstadt an.

In Tokio probierten wir das Nationalgericht von Japan und es ist nicht Sushi 🍣 In Japan gibt es in jeder Stadt sehr viele Ramenrestaurants. Ramen ist eine Nudelsuppe, die es in verschiedenen Variationen gibt und die die wir probierten, war wirklich sehr lecker 😋

Weiters sahen wir uns die berühmte Shibuya Kreuzung an, die zur Stoßzeit von 15.000 Menschen gleichzeitig überquert wird. So etwas haben wir wirklich noch nie gesehen. Hier merkt man sehr stark, dass Tokio die größte Stadt der Welt ist.

Wir waren auch in einem riesigen Mangabuchladen und in Akihabara, der Elektronikmeile von Tokio. Dort gibt es in 10 Stockwerken wirklich alles und wir waren wirklich baff, weil es so viel gab. Es gab Waschmaschinen, in die man die Kleidung hängen konnte, damit man sie danach nicht bügeln muss und sogar 8K Fernseher. Japan ist wirklich ein sehr fortschrittliches Land was die Technik anbelangt.

Aber auch die Natur ist wunderschön. Man kann in Japan wandern wie in Österreich. Wir bestiegen den Berg Sengenrei und stellten fest, dass es doch einen Unterschied zu Österreich gibt. In Österreich ist man auf einem Berggipfel oft alleine, aber hier war eine Versammlung von Japanern und alle hatten einen Gaskocher dabei und kochten sich Nudelsuppe. Das war wirklich ein witziger Anblick 😀

In Tokio übernachteten wir in einem Kapselhotel und blieben ganze 9 Tage. Die Hostels sind sehr sauber und vor allem das Kapselhotel war sehr gemütlich. Trotzdem waren die Hostels in Japan sehr teuer im Vergleich zu den anderen asiatischen Ländern, die wir bereits besucht haben.

Falls es euch interessiert, wie viel Geld wir in Japan ausgegeben haben, schaut auf unserer Kostenseite vorbei.

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